Samstag, 9. September 2017




Sooo, liebe Leute, hier sind wir wieder mal.

Schön, dass Ihr Euch wieder Zeit nehmt, für meine gedanklichen Ergüsse und unsere Erlebnisse.

Uns geht’s nach wie vor saugut, der Schorsch hält sich wacker, auch wenn inzwischen das ein oder andere Teil etwas dezimiert ausschaut. Warum das, werdet Ihr Euch fragen. Einfache Erklärung:
Je höher wir kommen und je dünner die Luft wird, umso heißer wird dem Schorsch. Folge dessen, damit die heiße Luft des Motors besser und schneller rauskommt, haben wir den Auspuff halb abgeschraubt. Dass er damit natürlich wesentlich lauter (als eh sowieso schon) ist, spielt hier keine Rolle. Bei den dicken Dingern, sowohl die Motorräder als auch die Trucks (ich rede hier nicht von LKWs) die die Amis fahren, fallen wir hier nicht sonderlich auf. Außerdem hat der Peter die Luftansaugung von hinter dem Führerhaus entfernt, so dass der Ansaugstutzen direkt auf dem Luftfilter sitzt (jetzt dürfen wir halt nur noch durch höchstens 1,00m Wassertiefe fahren!!!!). So, und falls es ganz hart kommt, wir satte Steigungen (12%) auf 10km Länge und auf über 3000m Höhe kommen, dann sitzen wir bei voll aufgedrehter Heizung drin und schwitzen uns einen ab. Aber rauf gekommen sind wir bis jetzt noch jedes Mal! Und drum passts auch, gelle!

Jetzt nochmal zu den Trucks der hiesigen Bevölkerung. Also Ruß, Dreck und Abgas und hoher Benzinverbrauch, spielen jetzt hier nicht so die große Rolle (weiß man ja eigentlich auch).
Also, geschätzt würd ich sagen, 70 % fahren hier einen Pick-up, genannt Truck. Hier sprechen wir von Maschinen mit 8 Zylinders, knapp 6 L Hubraum und ca. 500 PS. Peter wird ja oft von ihnen gefragt, was unser Schorsch so braucht, der ja sicherlich in dieser Beziehung auch kein Waisenknabe ist, er hat sich inzwischen so auf 20 – 25 l eingependelt.
Da bleibt ihnen immer die Spucke weg und sie geben dann zu, dass ihre Maschinchen schon auch bis zu 30 l durchsäuseln lassen. Also immer feste drauf und wo ist das Problem????!!!!!

Jetzt bin ich wieder a bisserl vom Weg abgekommen (war ja no gar ned drauf), aber jetzt.
Nach Antelope Island sind wir nach Salt Lake City gefahren. Diese Stadt, sozusagen die Capitale der Mormonen und gleichzeitig auch die Hauptstadt von Utah, ist eine äußerst gepflegte und saubere Stadt. Wir haben gleich oben, direkt vorm Capitol geparkt und sind dann unterhalb des Berges zum Tempelsquare gegangen.



 Dieser Bezirk beherbergt den heiligsten Ort der Mormonen, den Tempel (der aber nicht besucht werden kann, selbst die Mormonen dürfen da nur an hohen Feiertagen, Taufen oder Hochzeiten rein), der Tabernacle, eine Kapelle, ein kirchgeschichtliches Museum, eine Bücherei, 2 Visitorcenter, ein Hotel und eine Familien Geschichtsbücherei (die die größte ihrer Art der ganzen Welt ist, da kann man seinen Stammbaum und Ahnen nachforschen). Alles in wunderbare Gartenanlagen eingebettet. Gleich gegenüber haben sie ein neues Konferenzzentrum hingebaut, durch das wir eine Führung machten, unter anderem mit einem Konzertsaal, der ein Fassungsvermögen von sage und schreibe 21.000 Personen hat!!!!!. Zum Vergleich, im Gasteig in unserer Landeshaupt haben knapp 2.400 Platz. Wiedermal gigantische Dimensionen. Aber man muss auch wissen, dass das eine sehr wohlhabende Kirche ist. Jeder Mormone muss 10 % seines Einkommens abdrücken, das ergibt schon ein erkleckliches Sümmchen, nachdem weltweit ca. 13 Mio. Menschen „der Kirche der Heiligen der Letzten Tage“ angehören. Sie lehnen den Konsum von Alkohol und Tabak, ja sogar Kaffee und Tee ab, die Arbeit sehen sie als Verpflichtung und göttliches Privileg an!   
Nach diesen doch sehr informativen Tag gings weiter in den Süden Utahs.


Und nun muss ich das Ganze etwas oberflächlich behandeln, denn was nun folgt, reiht sich wie eine Perle nach der anderen an einer Schnur. Ein Nationalpark nach dem anderen, jeder anders in Größe, Ausschauen und Art. Aber jeder für sich ein Erlebnis und einzigartig!

Der Arches NP, mit seinen Felsbögen aus roten Sandgestein, seinen Hoodoos, seinen Felstürmen.


 




Der Canyonland NP, der in seinen Ausmaßen riesig ist, und nur auf ein paar Straßen erkundet werden kann. Das allermeiste ist nicht zu erreichen, weder zu Fuß, noch irgendwie anders.
Eine wilde Schönheit, übrigens flächenmäßig der größte Park Utahs, die von den beiden Flüssen – dem Colorado und dem Green River geformt wurde. Im Laufe von x-Millionen Jahren haben sie ein 70 km weites und rund 600m tiefes Becken mit surrealen Felsformationen, Flussschleifen und engen Schluchten geschaffen.






Capitol Reef NP 12 % Steigung von 1200 auf 1900 m Meereshöhe

Diese Sraße hat es in sich. Da wurde es uns ganz schön warm.


Der Bryce Canyon NP, zwar kleiner im Umfang, aber nicht minder beeindruckend. Mit seinen ocker- und rotfarbenen Felsnadeln, mit Hütchen drauf und in unvorstellbarer Anzahl in jeder Größe.


Der Antelope Canyon, eigentlich nur eine enge Schlucht, genannt „slot canyon“. Im Gebiet der Navajo Indianer gelegen, die auch die Führungen durch diese rundgeschliffenen, vielfarbigen Sandsteinformationen machen. Bei richtigem Licht ergibt das wundervolle Fotos.

Nächstes Ziel war das Monument Valley. Das, glaub ich, brauch ich nicht zu erklären, das kennt wohl jeder aus unzähligen Westernfilmen. Trotzdem, es selbst und mit eigenen Augen zu sehen, ist halt nochmal was anderes. Und einen Sonnenuntergang hier, der das Gestein und diese Gebirgsstöcke nochmals um so viel röter erleuchten lässt, brennt sich einem ins Gedächtnis.


Da lässt`s sichs  aushalten


Ja, und last but not least, der berühmt berüchtigte Grand Canyon. Meiner Ansicht nach, das allergrößte Naturschauspiel, das wir hier auf unserer Erde haben. Der Colorado hat sich hier auf einer Länge von 446km! durch das Kaibab Plateau gefressen und eine klaffende Schlucht von 6 bis 29 km Breite hinterlassen. Bis zu 1.600m tief fallen die Wände am Südrand des Canyons zum Fluss ab. Am Nordrand (der aber nicht so lohnend ist, find ich!) sogar bis zu 1.850m.  Den Colorado sieht man zwar nur ganz sporadisch, da er sich tief da unten, permanent schlangengleich um die Felsen windet. Dann sind das ja auch lauter unterschiedlich hohe Plateaus, die dir den Blick nach unten verwehren. Diese Canyonwände bestehen aus unterschiedlichen Sedimentgesteinen, die bei entsprechenden Licht mal rötlich, blaugrau oder gelblich leuchten. 

Dies alles, lässt dich, wenn du am oberen Canyonrand stehst, einfach sprachlos werden. Du stehst da und versuchst die Gewalten und dieses Grandiose zu begreifen. Und ich denke, man muss es wirklich selbst gesehen haben um sich das vorstellen zu können.
Gottseidank hatten wir dieses Mal Glück (als wir das 1. Mal 1999 mit unseren Kindern hier waren, regnete es leider und wir sahen nicht viel bis gar nix!), sind früh aufgestanden und gleich morgens in den Park gefahren. Und wenn du dann der Sonne zuschauen kannst, wie sie ihre Strahlen bis runter schickt in die Tiefe und die Farben der Wände zu strahlen beginnen, Leute – dann fällt ob der Schönheit auch der Conny nix mehr ein!!!!!!
Ich denke, das Beste ist es, wir lassen ein paar Bilder sprechen, damit Ihr nur einen kleinen Eindruck gewinnen könnt, was wir uns hier alles anschauen dürfen und können.







Man könnte das hier noch so viel mehr ausführen, aber das würde übers Ziel rausschiessen und wir wollen Euch ja nicht langweilen, außerdem gibt’s noch einige andere nette Geschichten, die uns sozusagen im täglichen Leben passieren. Wie z.B. bei einer Wanderung zu den Calf Creek Falls.
Jedenfalls trafen wir auf dieser Wanderung 2 Österreicher (auch mit einem umgebauten Feuerwehrauto unterwegs), 2 Schweizer und 2 Landshuter. Man möchts nicht glauben, so klein ist die Welt. Haben dann mitten auf dem Weg einen ausgedehnten Ratsch gehalten. Bis auf die 2 Landshuter sind wir alle irgendwie auf dem Weg nach Südamerika. Vielleicht sieht man sich ja nochmal. 



Oder den Wolfgang, die Karin, den Joshua und die Elena, die Augsburger, haben wir am Navajo Interpretivecenter kennengelernt. Irgendwie hat die Chemie bei uns allen gleich gestimmt und wir hoffen, falls Ihr das lesen solltet, dass Ihr trotz des Problems mit Eurem Motorhome, noch eine schöne und aufregende Zeit hier herüben hattet. Hoffend, dass Ihr gut wieder nach Hause gekommen seid, freuen wir uns wie gesagt, mal auf ein Treffen im schönen Bayern, gell!

Ja, wir sind inzwischen auf dem Weg nach Osten, wo wir Anfang Oktober unseren Schorsch Richtung Südamerika auf den Weg schicken. Nach langem Überlegen und vielen Gesprächen mit Leuten, die von dort kamen, die uns ihre Erlebnisse erzählten, sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass das für uns die richtige Lösung ist.  Da ja die Panamerikana in Panama definitiv zu Ende ist, brauchst du deshalb auf jeden Fall eine Schiffspassage, die zu beschaffen auf jeden Fall nicht unbedingt die leichteste Übung ist. Ebenfalls ausschlaggebend ist der Preis für diese Überfahrt. Verlangen die doch tatsächlich für 18 Stunden Schifferlfahren genau so viel, wie die Verschiffung von USA aus kostet.  Außerdem ersparen wir uns da eine Menge Grenzübergänge, die ja auch jedes Mal eine gewisse Nervenanspannung und Geld kosten. Dass wir der spanischen Sprache nicht mächtig sind, ist ein weiterer wichtiger Punkt (obwohl wir ja schon versuchen zu lernen, aber da mach ich mir keine Illusionen – solange es für die Bestellung eines cafe con leche, oder la copa rioja langt – passts, oder? Für was hat man schließlich Hände und Füße!!!)

Außerdem bin ich überzeugt, dass unser Abenteuer erst zum Abenteuer mutiert, wenn wir in Südamerika ankommen. Hier im Norden wars sozusagen, wie der Bayer beliebt zu sagen: „a gmahde Wiesn“.
Also, das Ende des 1. Teils kommt näher, aber noch ists nicht so weit und wir schauen uns schon noch das ein oder andere an, dann kann ich Euch wieder was schreiben. 

Halt! Da fällt mir doch noch was ein – ich wollte euch noch über das stille Örtchen erzählen. Diese fantastische Klokultur – will ich es mal nennen. „Washroom“ in Kanada genannt, „Restroom“ in den USA gibt es schlicht und ergreifend überall. Hier darf man „müssen“!!! Während es ja bei uns manches Mal zum schweißgebadeten Spießrutenlauf wird, bist du irgendwo ein Örtchen findest, oder als Nichtkunde, das selbige benutzen darfst. Von Autobahnhäuseln will ich jetzt hier gar nicht schreiben……… Hier kannst du überall gehen, ob in Tophotels (auch wenn du nicht Gast bist), in Läden, der Ort kann noch so klein sein, er hat ein Öffentliches, oder du gehst in die Bücherei.
Jeder Nationalpark hat welche, jeder Parkplatz von wo du eine Wanderung startest, in den entlegensten Orten steht da ein Häuserl (dann sind’s halt Plumpsklos) und vor allem sie sind alle mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen sauber! Das ist auf jeden Fall ein ganz großes Plus hier und da muss man ihnen Respekt zollen! So, auch solche Sachen gehören dazu und müssen gesagt werden, find ich!

Aber jetzt………
Bleibts gesund, viel Spaß im Volks- und Oktoberfest (falls jemand hingehen sollte) und schauts mal wieder rein bei uns, würde uns freuen

Bis zum nächsten Reisebericht

Eure Conny und Peter

Donnerstag, 17. August 2017




Hallo, alle miteinander!
Schön, dass ihr wieder dabei seid bei unserer nächsten Reiseetappe!

Wenn ihr jetzt sehen könntet, wo ich hier sitze – aber ich kann es euch ja beschreiben.
Wir stehen heut ein bisschen erhöht, über einem Fluss, der ganz gemütlich durch ein Hochgebirgs-
Tal des Teton NP am Rande der Rockies mäandert. Vor mir erstreckt sich nun genau dieses Hochtal, während die zackigen und schroffen Spitzen, mit ihren doch immerhin 3 – 4000m Höhe, der Teton Mountains im glühenden Abendrot zu uns rüber leuchten. Sozusagen ein Rubenshimmel!!!!
Aber das nur am Rande, denn weitergehen sollte es ja da, wo ich das letzte Mal aufgehört hab, gell!
Heut wird’s leider a bisserl geologisch-erdgeschichtlich. Da müßts jetzt durch!

Von der Küste Oregons weg, war unser nächstes angepeilte Ziel der Crater Lake. Der Ausbruch des Mt. Mazama (ist allerdings schon ewig her) ließ die Spitze des Vulkans in sich zusammenfallen und hinterließ den heute kreisrunden Kessel, der immerhin 9 km Durchmesser hat. In dieser Caldera hat sich in den darauffolgenden Jahren das Regen- und Schneewasser gesammelt und da dieser See keinen Abfluss hat, wurde daraus der tiefste See Nordamerikas mit immerhin stolzen 589 m! Das Wasser leuchtet in einem Tiefblau, das unbeschreiblich ist. Spätere Eruptionen ließen im See dann nochmal eine Insel entstehen, Wizard Island. Man kann den gesamten Crater auf dem Rimdrive umfahren, eine Straße, die dir nichts schenkt. Steil, eng, ohne Randbegrenzung, über dir drohende Geröllabhänge und eine Menge Verkehr. Dazu kommt noch die Höhe, die meiste Zeit bist du gut über 2.000m, das lässt unseren Schorsch ganz schön blasen. Aber wieder ein Erlebnis!




Weiter gings über Baker City zum Hells Canyon. Auch wieder eine wilde Landschaft, ein Stausee, der vom Snake River gespeist wird, sich immer mehr verengt, eingezwängt zwischen den bis zu 2.400m hohen Hells Devil Mountains. Auch da kann man ganz bis hinter zum Kraftwerk fahren und sich immer kleiner fühlen, zwischen den dich umgebenden Naturgewalten. Da sind die Amis ja schmerzfrei! Wie vorher schon angesprochen, keine Leitplanken an Abhängen, die hunderte Meter steil nach unten reichen oder, wie hier, die ungesicherten und bröckelnden Felsmauern, neben und unter denen du da hindurchfährst. Ganz lapidar stehen da nur Schilder – ja nicht parken oder stehen bleiben, da könnten!!!!! Felsen auf die Straße fallen. Aber gut, man müsste ja nicht durchfahren, gelle! Selber schuld!





Wenn ich euch hier immerzu von den Highlights erzähle, die wir sehen und erleben, geht eigentlich total unter, durch welche Landschaft wir fahren, um zu unseren Zielen zu kommen. Während wir nach der Küste Oregons durch viel Wald und landwirtschaftlich geprägte Gebiete gekommen sind, wird’s seit dem Crater Lake immer heißer und steppiger. 






Nach Baker City ist es Wüste – sandige Buckel, nur noch mit dürrem Gras und Sagebüschen bewachsen, die Sonne wabert über den Horizont. Unterbrochen nur von Flusstälern, die dir schon von weitem grün und oasengleich entgegen leuchten. Canyons tun sich plötzlich auf, wo am Grund ein schöner Gebirgsbach durchfließt. Dann geht’s wieder steil bergauf, ewig lang auf irgendeine Range und bis du schaust, bist schon wieder über 2000 m hoch. Also es ist die ganze Zeit sehr abwechslungsreich!

So, die nächste Station ein Nationalpark, wo du das Gefühl hast auf dem Mond zu sein. Und so heißt er auch „Craters of the Moon“. Gebildet hat sich diese Gegend aufgrund eines tiefen, Risses an der Erdoberfläche, die daraus hervorquellende Lava ergoss dich über ein riesiges Gebiet und ließ Hügel, Schlackekegel und Höhlen entstehen. Da die Lava sehr schnell abkühlte kann man heute genau die Ströme und die Struktur erkennen. Das schaut so aus, als ob sie erst gestern kalt geworden wäre. Allerdings ist das Ganze sehr fragil, darum kann man oder darf man nur auf den ausgewiesenen Wegen gehen.





In den 60er Jahren haben hier die Astronauten für ihr Apolloprogramm geübt. Wobei das Gestein des Mondes nix mit vulkanischen Ursprung, wie hier zu tun hat, sondern mit Meteoriteneinschlägen.
(Also ich selbst war leider noch nicht droben, aber so stand´s dort geschrieben!!).

Inzwischen hatten wir Idaho fast bis ans östlichste Ende durchfahren um zu dem wohl bekanntesten Nationalpark Amerikas zu kommen – den Yellowstone. Der größte Teil des Parks gehört zu Wyoming, der obere Streifen zu Montana und der westliche zu Idaho.  Er liegt auf einem bis zu 2.500m hohen Plateau, das sein heutiges Erscheinungsbild Vulkanausbrüchen zu verdanken hat, von denen Geologen sagen, dass diese zu den größten überhaupt zu rechnen sind und wahrscheinlich in der damaligen Zeit mit Klimaveränderung in der ganzen Welt einherging. Nach der letzten Eruption und dem anschließenden Zusammenbruch des Kraters bildete sich eine riesige, 350qkm große Caldera.
Die tief darunterliegende Magmakammer erzeugt bis heute Hitze, was bewirkt das die Landschaft überall brodelt, Geysire ihre heiße Fracht gen Himmel schicken, in Schlammlöchern der Matsch brodelt, aus Erdlöchern heißer Dampf zischt und Wasserlöcher in jeder Größe mit fantastischen Farbenspiel (durch die im heißen Wasser lebenden Bakterien) erzeugt. Das Ganze durchschreitest du unter der Dunstglocke von austretendem Schwefel. 


Old Faithful


Sinterterrassen in Mamoth Hot Springs


Aber nicht nur das macht den Yellowstone aus, tiefe Felsschluchten, wie der Grand Canyon (also nicht der, aber der heißt auch so – wisst´s wie ich mein??!!), viele Wasserfälle, schöne Flora und Fauna und wie gesagt, man bewegt sich immer in großer Höhe. Der höchste Pass im NP ist der Dunraven Pass, mit stolzen 2.700 m. Von dort wanderten wir auf den wiederum höchsten Berg, dem Mt. Washburn. Deswegen steht da auf dem Gipfel, könnte ja gar nicht idealer sein, ein Feuerwachturm. Von da schauen sie, ob irgendwo ein Feuer ausbricht. 

Mt. Washburn mit Feuerwachturm



Also, der Park ist großartig und in ihm könnte man sich einige Wochen mit Wanderungen und Trails beschäftigen. Was absolut nicht toll ist, sind die Menschenmassen – der Wahnsinn! Teilweise fahren sie auf den Straßen stop an go, jeder Parkplatz bis zur Halskrause voll, gar keine Chance abends einen Stellplatz auf den Campgrounds zu bekommen. Das bedeutet, du musst jeden Tag morgens rein, abends wieder rausfahren. Und wir reden hier nicht von 10-20km. Das sind dann gleich mal 50km, je nachdem wo du ein Plätzchen draußen findest, wo du stehen bleiben kannst. Wir waren 3 Tage drinnen und hatten dann, wie man so schön sagt, die Schnauze voll!
Also begaben wir uns wieder in ruhigere Gefilde, nach Wyoming. In den guten alten Wilden Westen, den echten! Und zwar nach Cody. Kann jetzt jemanden was sagen, oder auch nicht! In Cody war der Buffalo Bill zuhause. Drum gibt’s hier auch ein Zentrum gleichen Namens, mit angeschlossenen Museum, einer alten Westernstadt (wobei Cody auch heute noch nicht viel anders aussieht), Rodeos, Westernshops, wo du dich wie ein Cowboy einkleiden kannst, falls du das Bedürfnis verspürst.
Und nur damit da keine Missverständnisse aufkommen, das ist nicht ausschließlich für ein paar europäische Touris (da sind nämlich nicht viel da, liegt nicht auf der 3-4Wochen USA Hauptreiseroute), nein, hauptsächlich für die Amis selbst. Die fühlen sich auch heute noch als Cowboys, gut sie kommen nicht mehr mit dem Gaul in die Stadt, sondern auch mit Auto. Aber die Knarre haben schon noch einige im Hosenbund. Du kannst auch Gewehre oder Pistolen auf dem Flohmarkt erstehen, aber gewöhnlich gehst du dafür in den Walmart. Da gibt’s Firearms und Revolver in jeder Schattierung.
Dies Städtchen hat uns gut gefallen und ich hab mir ein schönes Mitbringsel geleistet, echte Cowboystiefel, schwarz – echte Handarbeit.
Ach ja! Das muss ich hier auch mal feststellen, eins muss man den Amis lassen, sie geben viel Geld für die Einrichtungen für die Bürger aus. Das stellten wir auch hier in Cody (wohlgemerkt für ca. 9000 Einw.) wieder fest. Die hatten eine Bücherei – vom feinsten! Da ist unsere Freisinger Stadtbücherei ein alter Hut, armselig!  Gleich am Eingang eine Lounge mit Kamin, wo du – so wie wir Internetzugang hast-, oder die tägliche Zeitung lesen kannst, die Bücherabteilungen, im hinteren Teil nochmals Computerterminals, Kaffee- und Teestuben, Räume für Vorträge und eine extra Kinderabteilung. Und das ist kein Einzelfall. Jede Gemeinde hat schöne Spielplätze, tolle Sportstätten, wir haben viel neue Schulen gesehen und Parks und Gärten, dermaßen gepflegt und schön angelegt. Ich will jetzt ganz sicher nicht, hier alles schönreden, sie haben jede Menge Probleme und mitnichten ist hier alles supertoll. Aber das sind Sachen, die einem halt so auffallen, wenn man durch fremde Länder reist.
Man darf es ja auch feststellen und sagen, gelle!
Wobei mir gleich das nächste Thema einfallen würde – Toiletten, Washrooms, Restrooms. Aber das würde heute zu weit führen, das handeln wir dann das nächste Mal ab, versprochen!!!! (Smiley!)
Eins noch, eine kleine Episode noch, dann hab ich´s, versprochen!!!

Vor ein paar Abende in einem State Park. Es wird schon fast dunkel, wir sitzen lesend draußen – kommt ein älteres Ehepaar auf uns zu. Ja, sie möchten gerne wissen, was das jetzt genau ist – unser Schorsch. Ein altes Armyfahrzeug, ein Mobilhome oder was???? Wir haben uns nett unterhalten mit Rose und Mike und ich fragte sie, ob sie auch innen reinschauen möchte? Ja, gerne! Es gefiel ihr auch innen gut, sie hatten auch ein selbstgebautes Wohnmobil. Sie erzählte davon, von ihrer Enkelin und dass sie heute beim Beerenpflücken in den Bergen waren. Auf meine Frage, wie das in den Bergen mit den Bären beim Beerensammeln wäre, meinte sie: „Oh is not a problem, we have a gun, you too??“ Worauf ich ganz lakonisch meinte: „No, we have a bearspray!!“. „Ooohhh!“ war ihre Reaktion!
 Ob ich Huckleberries kenne – Nein – na dann bringt sie uns hernach noch welche vorbei. Sie verabschiedeten sich sehr herzlich, es war nett euch kennengelernt zu haben und habt eine sichere Reise und bleibt gesund. Und die Huckleberries brachte sie auch noch vorbei. Und so was ist uns schon einige Male passiert, echt nett!

So, jetzt habt ihrs geschafft! Und weil ich meinen Bericht mit einer Beschreibung, wo ich grad sitze begonnen hab, ich diese Zeilen nicht an einem Abend ersonnen habe, drum zum Abschluss meine heutige Aussicht. Wir stehen seit gestern in der White Rock Bay auf Antelope Island.




 Das ist eine Insel im Great Salt Lake in Utah. Der Stellplatz ist eingebettet zwischen Hügeln und dazwischen weite Steppen mit richtigen Bisons drauf. Die Sonne geht jetzt rotglühend am gegenüberliegenden Ufer des Sees hinter den Bergen unter. Wir stehen hier fast allein, nur noch zwei Wohnmobile am anderen Ende der Bucht. Wunderbar!
Uns bleibt noch, Euch allen die besten Grüße zu schicken aus dem gar nicht so fernen Amerika
Eure Conny und Peter